Pressemitteilungen 2022

RoGer-TB: Rumänisch-Deutsches Symposium zum Thema „Tuberkulose und Migration“

Welche Auswirkungen hat der Krieg in der Ukraine auf die Verbreitung der Tuberkulose in Deutschland und Europa? Wie kann die Tuberkulose bei Migrantinnen und Migranten endstigmatisiert werden, um betroffene Personen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln?

Um diese und weitere Herausforderungen und Fragestellungen zu diskutieren, findet eine dreitägige Konferenz zum Thema "TB – Screening and Migration in Europe" vom 29. September bis zum 01. Oktober 2022 in Bukarest, Rumänien statt. Diese wird im Rahmen des Projektes "Cross-Border Migration and Tuberculosis between Romania and Germany – RoGer-TB" vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, in Zusammenarbeit mit dem Marius Nasta Institut Bukarest organisiert. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit und ist Teil des Global Health Protection Programme.

>

Vermehrt Infektionen mit Mycobacterium abscessus Bakterien

Mycobacterium abscessus ist ein multiresistentes Bakterium, dass vermehrt bei Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, wie z. B. Mukoviszidose, nachgewiesen wird und mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden ist. Die Behandlung von Mycobacterium abscessus Infektionen umfasst eine 12-monatige Kombinationstherapie mit starken Nebenwirkungen und führt nur bei etwa der Hälfte der behandelten Patienten zu einer klinischen Verbesserung. Forscher des deutschen Exzellenzclusters "Präzisionsmedizin bei chronischen Entzündungen" haben mit Unterstützung der Deutschen Mukoviszidose-Gesellschaft ein genomweites Typisierungsschema entwickelt, um Mycobacterium abscessus Bakterien zu klassifizieren. Mit dem neuen Typisierungsschema kann die Quelle einer Infektion identifiziert werden, z.B. Krankenhausumgebung oder andere Patienten, und so bei Ausbrüchen und möglichen Übertragungsketten rechtzeitig interveniert werden.

>

Abenteuer Diagnose mit Prof. Uta Jappe

Am 25. Oktober 2022 ist Prof. Jappe in der Sendung "Abenteuer Diagnose" (Medizinmagazin "Visite", NDR) gegen 21:00 mit dedektivischem Spürsinn unterwegs. Im Fokus steht die schwierige Diagnose eines Krankheitsbilds, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und die damit verbundene Belastung für Patient:innen, die lange über die Ursachen ihrer Beschwerden im Unklaren geblieben sind.

TBnet: Nachhaltige und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in der Tuberkuloseforschung

Mit über 800 Mitgliedern ist das im Herbst 2006 am Forschungszentrum Borstel gegründete Forschungsnetzwerk "Tuberculosis Network European Trialsgroup" kurz TBnet heute die größte Forschungsgemeinschaft auf dem Gebiet der Tuberkulose in Europa. Die Idee hinter der Zusammenarbeit war denkbar einfach. Mitglieder des Netzwerkes identifizieren Fragestellungen gemeinsam, teilen ihre Erfahrung und Daten, führen parallel an verschiedenen Standorten Experimente und klinische Studien durch und veröffentlichen diese zusammen.

>

Personalisierte Antibiotika-Behandlungsstrategien bei Tuberkulose-Erkrankten

Mit geschätzt 1.4 Millionen Todesfällen und zehn Millionen Erkrankten jährlich ist Tuberkulose eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Resistente und multiresistente (MDR) Varianten des Tuberkuloseerregers Mycobacterium tuberculosis stellen eine große Gefahr für die Kontrolle der Tuberkulose und die globale Gesundheit dar. Mutationen im Erbgut von M. tuberculosis-Bakterien, die in Verbindung mit Antibiotikaresistenzen stehen, kommen bei MDR-Tuberkulose Patient:innen in unterschiedlichen Kombinationen vor. Um Erkrankte zielgerichtet behandeln und die Übertragung von Antibiotika-resistenten Tuberkulosebakterien erfolgreich eindämmen zu können, ist die rasche Erkennung dieser patientenspezifischen Resistenzmuster daher von entscheidender Bedeutung. Mit einer in der Fachzeitschrift Lancet Microbe veröffentlichten internationalen Studie sind DZIF-Forschende diesem Ziel nun einen großen Schritt nähergekommen.

>