Press Releases 2018

Insgesamt 173 ehemalige Auszubildende erhielten für ihre Leistungen als Jahrgangsbeste bei den Abschlussprüfungen 2018 eine Auszeichnung von der IHK zu Lübeck. Mit dabei war in diesem Jahr ebenfalls eine Absolventin aus Borstel: Imke Storm wurde als Prüfungsbeste 2018 ausgezeichnet und erhielt im Rahmen der feierliche Ehrung im Maritim Hotel Timmendorfer Strand ihre Urkunde verliehen.

Überreicht wurden diese Urkunde von dem IHK-Präses Friederike C. Kühn, dem Mitglied der IHK-Vollversammlung Nils Offer und dem IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning. "Durch Fleiß, Ehrgeiz und vor allem positives Denken haben Sie Ihre Berufsausbildung mit einem fantastischen Ergebnis abgeschlossen und damit einen wichtigen Grundstein für Ihre berufliche Zukunft gelegt", so IHK-Präses Friederike C. Kühn. "Da Sie zu den besten Ihrer Zunft gehören, setze ich voraus, dass Engagement, Motivation, Talent, Wissbegierde, Zuverlässigkeit und die vielen anderen Eigenschaften, die einen erfolgreichen Azubi ausmachen, bei Ihnen in einem Höchstmaß vorhanden sind. Und dass Sie ganz sicher noch längst nicht am Ende Ihrer beruflichen Bildungskarriere stehen."

Imke Storm hat im Februar dieses Jahres nach 3,5 Jahren ihre Ausbildung zur Biologielaborantin am Forschungszentrum Borstel erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seitdem in der Abteilung für Humangenetik im MVZ Labor Dr. Fenner und Kollegen in Hamburg.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!


Über die Ausbildung

Biologielaborantinnen und Biologielaboranten sind auf dem Arbeitsmarkt momentan sehr gefragt, da sie hochqualifizierte Fachkräfte für Forschung, Produktion und Prüflaboratorien sind. Die Ausbildung am FZB gliedert sich auf in eine einjährige Grundausbildung in den Bereichen Laborkunde, Chemie, Hämatologie, Histologie, Molekularbiologie, Mikrobiologie, Serologie und Zellkulturtechnik und einen anschließenden praxisorientierten Teil, bei dem die Auszubildenden in unterschiedlichen Forschungslaboratorien auf dem Campus arbeiten. Begleitet wird diese praktische Arbeit durch den Berufsschulunterricht in Lübeck.

Weitere Informationen zu unseren Ausbildungsmöglichkeiten finden Sie hier!

 

Am 02. Oktober lief im Schleswig-Hostein Magazin ein spannender Beitrag über ein am Forschungszentrum Borstel entwickeltes Beatmungsgerät für COPD-Patienten:

Neues Beatmungsgerät: Hilfreich, aber zu teuer?

Schleswig-Holstein Magazin - 02.10.2018 19:30 Uhr

Ein im Forschungszentrum Borstel entwickeltes Beatmungsgerät hat sich inzwischen etabliert. Doch trotz positiver Studien zögern Krankenkassen, für die Kosten aufzukommen.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_magazin/Neues-Beatmungsgeraet-Hilfreich-aber-zu-teuer,shmag57194.html

Antibiotikaresistenzen von Mikroorganismen erschweren zunehmend die Behandlung von Infektionskrankheiten. Besonders dramatisch ist die Lage bei der Tuberkulose. In den vergangenen 5 Jahren hat die Anzahl der Patienten, die mit einer multiresistenten Tuberkulose (MDR-TB) diagnostiziert wurden jährlich um ca. 20 % zugenommen. Inzwischen sind es ca. 6% aller Tuberkulosepatienten weltweit. In Weißrussland und der Republik Moldau, Nachbarländern der EU, hat inzwischen annähernd jeder zweite Tuberkulosepatient eine MDR-TB.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können nur ca. 50% aller Patienten mit einer MDR-TB erfolgreich behandelt werden. Da die Therapie sehr teuer und langwierig ist, bekommen nur ca. 25% der betroffenen Patienten überhaupt eine Therapie. Welche Medikamente eines Kombinationsbehandlung aus mindestens 4 Präparten tatsächlich besonders wirksam sind, ist bislang unklar, da es nicht ausreichend Studien zum Vergleich der Effektivität der Medikamente gibt.

Die beste Möglichkeit, aktuell die Wirksamkeit der Medikamente zu beschreiben ist eine Analyse dokumentierter Therapieverläufe individueller Patienten. Nun hat eine internationale Gruppe von Tuberkuloseforschern unter Beteiligung des Forschungszentrums Borstel die Behandlungsergebnisse von mehr als 12.000 Patienten mit einer MDR-TB analysiert. Die Forscher kommen zu überraschenden Ergebnissen.

„Einige Medikamente der bislang empfohlen Standarttherapie der MDR-TB sind schlecht-, kaum oder gar nicht wirksam, während andere Medikamente wirksamer sind, als bislang erwartet,“ berichtet Professor Christoph Lange, Medizinischer Direktor in Borstel und Leiter der Klinischen Tuberkulose-Einheit am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, einer der Autoren der Studie.

Die WHO hat schnell reagiert und basierend auf dieser Veröffentlichung die Empfehlungen für die Behandlung der MDR-TB umfangreich revidiert. In der Zukunft werden die meisten Patienten nur noch oral verfügbare Medikamente brauchen. Intravenöse Therapien gehören dann hoffentlich der Vergangenheit an.

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Lange
Forschungszentrum Borstel
Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
T +49 4537 188 3320/1
E-Mail: clange(a)fz-borstel.de

Publikation: The Collaborative Group for the Analysis of Individual Patient Data in MDR-TB treatment. Members of the Group: Treatment correlates of successful outcomes in pulmonary multidrug-resistant tuberculosis– an individual patient data meta-analysis of 12,030 patients from 25 countries. Lancet. 2018 Sep 8;392(10150):821-834. doi: 10.1016/S0140-6736(18)31644-1. PMID: 30215381

Am Donnerstag, den 27. September 2018, besuchte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Dipl.-Ing. Matthias Kleiner den Leibniz-WissenschaftsCampus "Evolutionary Medicine of the Lung (EvoLUNG)" um einen tieferen Einblick in die Arbeit dieses interdisziplinären Forschungs-Netzwerks zu erhalten. EvoLUNG ist eine Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Borstel (FZB), dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie (MPI) in Plön und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) .

Nach einer kurzen Einführung durch den Sprecher des WissenschaftsCampus Prof. Stefan Niemann und der Vorstellung eines Highlights aus dem Forschungsprogramm durch den Nachwuchs-wissenschaftler Dr. Matthias Hauptmann und der Doktorandin Jessica Ojong vom FZB, folgte ein gemeinsames Gespräch mit Prof. Kleiner und den Vertreterinnen und Vertreter der drei Campus-Partner. Im Fokus dieses Austausches standen, neben den spannenden, wissenschaftlichen Inhalten des WissenschaftsCampus, das Nachwuchsförderungsprogramm „EvoLung Academy“, das jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit bietet, sich optimal auf ihre akademische Laufbahn vorzubreiten. Des weiteren wurde darüber diskutiert, ob nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse sondern auch Denkweisen und Beweggründe der Forscherinnen und Forscher von Interesse für eine breite Öffentlichkeit sind.

„Der interdisziplinäre Ansatz dieses Forschungsprojekts ist sehr spannend und ermöglicht zudem einen neuen Blick auf die eigene Forschung,“ resümiert Prof. Stefan Niemann vom FZB die Arbeit der letzten zwei Jahre. “Es ist faszinierend, wie die evolutionstheoretischen Ansätze dabei helfen können, das Verständnis von Lungenkrankheiten zu verbessern und daraus neue Behandlungsansätze zu entwickeln.“

Prof. Dr. Hinrich Schulenburg von der CAU, Vizesprecher des WissenschaftsCampus, ergänzt: „Die Verbindung von Krankheits-ursachenforschung mit der Anwendung evolutionstheoretischer Prinzipien zeichnet das EvoLUNG-Projekt aus. Diese Besonderheit erlaubt es uns, verschiedene Lungenkrankheiten aus einer evolutionären Perspektive zu betrachten und so neue Erkenntnisse über ihre Entstehung zu gewinnen.“

In einem anschließenden Lunch-Gespräch zwischen dem Leibniz-Präsidenten, der Vizepräsidentin der Kieler Universität Prof. Karin Schwarz, der Leiterin des Graduiertenzentrums an der CAU Frau Dr. Sabine Milde, dem Geschäftsführenden Direktor des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie Prof. Diethard Tautz, dem Zentrumsdirektor des Forschungszentrums Borstel Prof. Stefan Ehlers und der Campus-Leitung stand dann die Vernetzung der drei Standorte im Mittelpunkt: Die Kooperation soll in den kommenden Jahren weiter verfestigt und ausgebaut und gemeinsame Informationsveranstaltungen für Politik und Öffentlichkeit entwickelt werden.

Der Leibniz-WissenschaftsCampus EvoLUNG wurde ins Leben gerufen, um die thematisch fokussierte Zusammenarbeit zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung zu stärken und weiter zu entwickeln. Aktuell gibt es deutschlandweit 19 Verbünde dieser Art, allein drei davon sind in Kiel beheimatet. „Die Leibniz-WissenschaftsCampi sind als strategisches Vernetzungsinstrument von zentraler Bedeutung für die Leibniz-Gemeinschaft. Der Leibniz-WissenschaftsCampus EvoLUNG ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Die kooperative Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Leibniz-Gemeinschaft, der Universität Kiel und der Max-Planck-Gesellschaft bildet einen regionalen Forschungsschwerpunkt in Schleswig-Holstein mit internationaler Ausstrahlung,“ so Prof. Kleiner im Anschluss an den Besuch am Forschungszentrum Borstel. “Ich bin beeindruckt, wie das Thema Lungenerkrankungen hier aus einem evolutionären Blickwinkel betrachtet wird. So kommen Medizin und Naturwissenschaften bei einem Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz in bester Weise neu zusammen.“

Über den WissenschaftsCampus "Evolutionary Medicine of the Lung (EvoLUNG)"

Ziel des Leibniz WissenschaftsCampus EvoLung ist es, die Entstehung und Entwicklung chronischer Lungenkrankheiten besser zu verstehen. Um dies zu erreichen, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in interdisziplinären Teams die Herkunft und Ausbreitung multiresistenter Erreger der Lunge. Sie erforschen die Evolution von Genvarianten des Menschen, die Lungenerkrankungen begünstigen. Nicht zu Letzt versuchen sie, das komplexe Zusammenspiel von Krankheitsgenen, Mikroorganismen, Krankheitserregern und Umweltfaktoren bei der Entstehung von Erkrankungen der Lunge aufzuschlüsseln. Langfristig sollen bessere Diagnostika entwickelt und Therapien für Erkrankungen wie Asthma, Tuberkulose, zystische Fibrose oder chronische Bronchitis optimiert werden. Der WissenschaftsCampus EvoLung wurde 2016 ins Leben gerufen und wird vom Land Schleswig-Holstein, der Leibniz-Gemeinschaft und den beteiligten Institutionen gemeinsam finanziert.

Kontakt:

Prof. Stefan Niemann
Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 1
23845 Borstel
Telefon: 04537/188 7620
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Borstel, 27.09.2018. Im Kampf gegen die Tuberkulose ist das internationale Forscherteam des CRyPTIC-Konsortiums einen entscheidenden Schritt vorangekommen:  Eine groß angelegte Analyse des Erbguts von über 10.000 Erregerstämmen hat gezeigt, dass der Einsatz von Genomsequenzierungen die Behandlung von Tuberkulose-Patienten verbessern kann. Mehr noch: Die Methode hat das Potenzial, die zeitintensive phänotypische Resistenztestung komplett zu ersetzen. Die Ergebnisse der von der Universität Oxford geleiteten Studie wurden in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine veröffentlicht.

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