Trotz nasskalter Temperaturen kamen gestern viele Gäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Baustelle des Forschungszentrums Borstel, um die Grundsteinlegung des Leibniz-Respiratoriums und des Nationalen Referenzzentrums für Mykobakterin (NRZ) zu feiern. Nach der Begrüßung durch den Zentrumsdirektor Prof. Stefan Ehlers und den Reden von Heiko Rottmann-Großner (Bundesministerium für Gesundheit) und dem Staatssekretär Dr. Oliver Grundei, die beide die Wichtigkeit der Neubauten und die hervorragende Forschungsleistung des Zentrums hervorhoben, kamen abenfalls die beiden Architekten Andreas Koch und Till Behnke und Projektverantwortlichen Dr. Susanne Homolka und Prof. Frank Petersen zu Wort. Zum Abschluss der feierlichen Zeremonie wurde die Zeitkapsel in dem Fundament des Leibniz-Respiratoriums versenkt und gemeinsam mit den Bauarbeitern und den Mitarbeitern auf die neuen Gebäude angestossen.

Bis 2022 entstehen auf dem Campus des Forschungszentrums zwei neue und hochmoderne Laborgebäude. Das viergeschossige Leibniz-Respiratorium soll im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden und bietet Platz für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 14 Forschungsgruppen. Auf    den  9.000  m2 sind  neben  modernsten  Laboratorien  ebenfalls Büros, Besprechungsräume, eine große Cafeteria  und die Tierhaltung unterbracht. Mit seinen Hochsicherheitslaboren stellt das neue Forschungsgebäude die zweitgrößte S3-Anlage  mit  integrierter  Tierhaltung  Deutschlands  dar  und  bietet  optimale  Voraussetzungen,  um  auch  weiterhin  das  Leitinstitut  für  Tuberkulose-  und  Asthmaforschung  in  Deutschland  zu bleiben. Bereits ein Jahr vorher soll das Neue Referenzzentrum für Mykobakterien (NRZ) fertiggestellt werden. Das Gebäude bietet mit seinen knapp 1.400 m2 Platz für die gesamte Infrastruktur, die das Zentrum für die Untersuchung von jährlich 14.000 Proben aus aller Welt benötigt. Zudem wird am NRZ an Antibiotikaresistenzen geforscht, die Entwicklung verbesserter und schnellerer Diagnoseverfahren und neuer Wirkstoffe vorangetrieben und die Übertragungswege der TB in Niedrig- und Hochinzidenzländern untersucht.

Presseberichte zu der Grundsteinlegung:

NDR: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Neue-Labore-fuer-Lungenforschung-in-Borstel,borstel120.html

Stormaner Tageblatt: https://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/grundstein-fuer-neues-respiratorium-gelegt-id26438737.html

Lübecker Nachrichten: https://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Lungen-Zentrum-bekommt-Neubau

 

Gülşah Gabriel und Stefan Niemann haben die Jury mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten überzeugt: Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) verleiht ihnen jeweils einen Preis für translationale Infektionsforschung, dotiert mit 5.000 Euro.

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Heute Abend um 20:15 Uhr läuft bei NDR Visite ein spannender Beitrag über das Thema Fleischallergie. Im Interview: Die Allergologin Prof. Dr. Uta Jappe vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum.

NDR Visite, 05.11.2019, 20;15 Uhr

Wiederholungen: Donnerstag, 07. November 2019, 00:45 bis 01:45 Uhr und Freitag, 08. November 2019, 06:20 bis 07:20 Uhr

Beitrag zu der Sendung von der Homepage NDR Visite:

Fleischallergie: Ursache ist Zeckenstich

Fleisch vom Schwein, Rind und Lamm ist beliebt - nicht nur beim Grillen. Doch der Verzehr kann gefährliche Folgen haben, wenn eine Fleischallergie auftritt: Die ersten Symptome sind meist Nesselsucht und Schwellungen der Lippen und Augen, manchmal auch der Zunge. Die Haut beginnt am ganzen Körper zu jucken, ist gerötet und von Quaddeln übersät. Im weiteren Verlauf kann es zu Unwohlsein bis hin zur Bewusstlosigkeit kommen. Einige wenige Betroffene reagieren aber auch nur mit Magen-Darm-Beschwerden.

Eine Fleischallergie kann sich ganz plötzlich entwickeln, auch wenn man früher nie Probleme mit Fleisch hatte. Im Gegensatz zu anderen Allergien treten die Reaktionen nicht innerhalb von 20 bis 30 Minuten auf, sondern mit einer Verzögerung von drei bis sechs Stunden. Nicht selten kommen die Beschwerden mitten in der Nacht.

Erstkontakt mit Allergen Alpha-Gal durch Zecken

Als Ursache der Fleischallergie haben Wissenschaftler die Stiche bestimmter Zeckenarten entlarvt. Verantwortlich für die allergische Reaktion ist eine spezielle Substanz im Fleisch von Säugetieren: Galaktose-alpha-1,3-Galaktose (Alpha-Gal). Dabei reagiert der Körper nicht auf ein Eiweißmolekül wie bei Allergien auf Gräser oder Nüsse, sondern auf Zuckermoleküle an Proteinen. Laut einer Studie gelangt Alpha-Gal mit dem Speichel der Zecke in die menschliche Blutbahn. Beim Erstkontakt wird das Immunsystem auf das Molekül aufmerksam und wappnet sich für künftige Konfrontationen - eine allergische Reaktion ist die Folge.

Allergische Reaktion auf Zuckermolekül Alpha-Gal

Gelangt Alpha-Gal in die Blutbahn, passiert bei den meisten Menschen nichts. Bei Allergikern aber betrachtet das Immunsystem die Substanz als Feind und produziert Antikörper, die das Zuckermolekül ausschalten sollen. Isst der Betroffene rotes Fleisch, gelangt erneut Alpha-Gal in den Darm und Stunden später ins Blut. Zu diesem Zeitpunkt erinnert sich das Immunsystem an den vermeintlichen Feind Alpha-Gal und es kommt zu einer allergischen Überreaktion: Die Gefäße weiten sich, Flüssigkeit gelangt in die Haut und bildet die juckenden Quaddeln. Mit der Zeit verschlimmert sich die allergische Reaktion in der Regel. Je länger ein Betroffener also Fleisch konsumiert, desto geringere Mengen davon lösen immer schwerere Symptome aus. Irgendwann genügen bereits Süßigkeiten, die Gelatine aus Rinderknochen enthalten, um eine schwere allergische Reaktion auszulösen.

Innereien enthalten besonders viel Allergen

Alpha-Gal kommt nicht beim Menschen, wohl aber im Fleisch von anderen Säugetieren vor. Manche Fleischsorten enthalten besonders viel Alpha-Gal, zum Beispiel Innereien wie Schweinenieren, Bries oder Leber. Sie sind besonders gefährlich für Fleischallergiker.

Alpha-Gal-Syndrom: Nachweis nur mit Bluttest

Mit dem herkömmlichen Pricktest auf der Haut lässt sich eine Fleischallergie nicht nachweisen. Dafür ist ein spezieller Bluttest erforderlich. Wer unter der Allergie leidet, muss künftig auf den Verzehr von rotem Fleisch verzichten. Weiterhin erlaubt sind Fisch und Geflügel, weil sie kein Alpha-Gal enthalten - und natürlich Gemüse. Wer bereits auf Gelatine allergisch reagiert, kann sich an als vegan gekennzeichnete Lebensmittel halten - sie enthalten keinerlei Stoffe tierischen Ursprungs, also auch keine Gelatine. Alpha-Gal-Allergiker, die konsequent auf Fleisch und Innereien von Säugetieren verzichten, haben aber relativ gute Chancen, dass ihr Körper irgendwann zumindest kleine Mengen Alpha-Gal wieder toleriert.

Aufgrund eines Pilzbefalls mussten in den letzten Jahren einige Linden auf dem Gelände des Forschungszentrums und an der angrenzenden Lindenallee gefällt werden. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden wurde nun ein Nachpflanzungskonzept erstellt, um das historische Ensemble zu retten. Dank der Unterstützung durch die Fielmann AG und die AktivRegion Alsterland können nun bereits einige Bäume neu gepflanzt werden.

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Am 5. November widmet sich die Reihe „Leibniz debattiert“ in Berlin dem Thema Impfen. Es diskutieren der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, die Psychologin und Gesundheitswissenschaftlerin Cornelia Betsch sowie der Infektionsforscher Ulrich E. Schaible. Beim ersten „Leibniz-Thementag Gesundheit“ präsentieren zudem sechs Leibniz-Forschungsverbünde und Leibniz-WissenschaftsCampi ihre Gesundheitsforschung.

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