Doktorandinnen und Doktoranden des neuen Kollegs werden sich zum Beispiel mit der Entwicklung neuartigen Pflanzenschutzstrategien für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion beschäftigen. © Christian Urban, Uni Kiel

Am vergangenen Freitag fiel die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Unterstützung des neuen Graduiertenkollegs (GRK) „Translational Evolutionary Research“  (TransEvo, deutsch: „Angewandte Evolutionsforschung“) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Die in der Kieler Region starke Evolutionsforschung wird damit noch einmal deutlich aufgewertet. Die DFG-Förderung ermöglicht es der CAU, gemeinsam mit ihren Partnerinstitutionen ab 2020 Doktorandinnen und Doktoranden gezielt in der angewandten Evolutionsforschung auszubilden. Zentrale Aufgabe des neuen Kollegs ist die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Umwelt, Medizin oder Landwirtschaft, die stark evolutionäre Prozesse betrachten. Neben der CAU sind das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EB), das GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel, das Forschungszentrum Borstel (FZB) und das Max-Rubner-Institut (MRI) in Kiel beteiligt. Die Zusammenarbeit der Institutionen sorgt für eine disziplinübergreifende Einbettung der Forschungsaktivitäten von der Meeresforschung über die Landwirtschaft bis hin zur Medizin. 14 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können damit zu einem Forschungsthema mit evolutionärem Bezug ihre Promotionsprojekte aufnehmen und so die Grundlagenforschung in der Evolutionsbiologie einerseits und Lösungskonzepte in einem der Anwendungsgebiete andererseits vorantreiben.

Prof. Dr. Verena-Wilbeth Sailer wurde zum 1. Mai 2019 zur W2-Professorin für „Translationale Pathologie“ an der Universität zu Lübeck ernannt.

Prof. Sailer, 1978 in Bonn geboren, studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin. Ihr Praktisches Jahr absolvierte sie an der Charité, in Manchester und Omagh. Sie promovierte 2010 an der Universität Greifswald mit einer Arbeit über „Inhibition des Epidermal Growth Factor Rezeptors in chemisch induzierten präneoplastischen Leberherden und hepatozellulären Karzinomen der Ratte“, die sie am Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Greifswald angefertigt hatte.

Am 26. März 2019 bewilligte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft den Leibniz WissenschaftsCampus InterACt. Ziel ist es, die Rolle von Kompartimenten im Infektionsverlauf besser zu verstehen. InterACt wird unter der Federführung des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Infektionsbiologie mit der Universität Hamburg (UHH) zum 1. Mai 2019 eingerichtet. Auch das Forschungszentrum Borstel ist an diesem WissenschaftsCampus als Partnerinstitut beteiligt.


Pressemitteilung vom HPI (03.04.2019) Während einer Infektion dringen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten in bestehende Reaktionsräume (sog. Kompartimente) des Wirtes ein oder sie bauen selbst neue Kompartimente auf. Diese Reaktionsräume schützen die Erreger vor der Wirtsabwehr. Ziel des neu eingerichteten Leibniz WissenschaftsCampus InterACt ist es, die Dynamik und Struktur dieser vielfältigen Reaktionsräume aufzuklären und so langfristig, neue Zugänge für innovative Therapieansätze zu finden.

Blätter der Ackerschmalwand (arabidopsis thaliana) werden infiziert, indem eine Bakterien enthaltend ... Bild: A. Eckert / TUM

Nicht nur Menschen und Tiere, auch Pflanzen wehren sich mit Hilfe ihres Immunsystems gegen Krankheitserreger. Doch wodurch wird die zelluläre Abwehr aktiviert? Forscher an der Technischen Universität München (TUM) haben jetzt herausgefunden, dass Rezeptoren in Pflanzenzellen Bakterien an Hand einfacher molekularer Bausteine identifizieren. Auch das Forschungszentrum Borstel - Leibniz Lungenzentrum war an dieser Arbeit beteiligt.