Press Releases 2016

Prof. Dr. Johannes Gerdes

Nichts ist gewisser als der Tod, nichts ist ungewisser als seine Stunde (Anselm von Canterbury)

Das Forschungszentrum Borstel trauert um

Prof. Dr. Johannes Gerdes.

Johannes Gerdes berufliches Interesse galt zunächst der Hämatologie. Im von Karl Lennert geleiteten Pathologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeite er anfänglich an der Diagnostik maligner Lymphome. Durch diese Arbeiten fand er schnell zu seinem wissenschaftlichen Hauptinteresse, dem proliferations-assoziierten Ki-67-Protein, mit dem sein Name untrennbar verbunden ist. Er erkannte früh, dass das Ki-67-Protein eine Struktur darstellt, die für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen großes Potenzial bietet. Mit ausnehmender Hartnäckigkeit trieb er die phänotypische, strukturelle und funktionale Charakterisierung dieses Proliferationsmarkers voran. Er war dabei Grundlagenforscher, der versuchte fundamentale Lebensvorgänge im Detail zu verstehen. Dies war aber nie Selbstzweck. Schon zu Zeiten, als das Wort „Translation“ noch nicht in aller Munde war, stand für Johannes Gerdes immer auch die mögliche Anwendung und das Wohl der Patienten im Vordergrund. Dies resultierte nicht nur in verschiedenen Patenten sondern auch in der Entwicklung mehrerer gegen das Ki-67-Protein gerichteter monoklonaler Antikörper, die inzwischen als Standard in der pathologischen Diagnostik von Krebserkrankungen Einzug gehalten haben. Die große Beachtung, die seine Arbeiten in der wissenschaftlichen Gemeinschaft fanden, resultierte in weit über 10.000 Zitationen seiner Publikationen.

Wir sind für Hannes Beiträge dankbar, sein Humor und sein Ideenreichtum werden uns in Erinnerung bleiben.