Press Releases 2017

Feierliche Eröffnung des Interdisziplinären Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB)

Oliver Grundei, Helmut Dosch, Bärbel Brumme-Bothe, Matthias Wilmas, Gabriele Heinen-Kljajić, Olaf Scholz Foto: Tina Mavric
Oliver Grundei, Helmut Dosch, Bärbel Brumme-Bothe,
Matthias Wilmas, Gabriele Heinen-Kljajić, Olaf Scholz
Foto: Tina Mavric

Gestern fand auf dem DESY-Gelände in Hamburg die feierliche Eröffnung des neuen Gebäudes des Centre for Structural Systems Biology CSSB statt. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, und weitere Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft sowie Mitglieder der CSSB-Partnerinstitute und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland nahmen an der feierlichen Eröffnung der neuen Forschungsinstitution teil.

Mit Blick auf das neue Gebäude applaudierten mehr als 500 Gäste bei der feierlichen Schlüsselübergabe durch den Vorsitzenden des DESY-Direktoriums Prof. Dr. Helmut Dosch an den Wissenschaftlichen Direktor des CSSB Prof. Dr. Matthias Wilmanns und den Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirats des CSSB Prof. Dr. Dirk Heinz. Die Schlüsselübergabe ist der offizielle Beginn der wissenschaftlichen Forschungstätigkeit in dem neuen CSSB-Gebäude. CSSBs Wissenschaftlicher Direktor Matthias Wilmanns erklärte: „Ich freue mich sehr über die heutige Eröffnung des CSSB-Gebäudes; damit wird eine inspirierende Vision Wirklichkeit. Seit ich nach Hamburg gekommen bin, war es immer mein Traum, die innovative Infrastruktur bei DESY zu nutzen, um die Erkundung wichtiger biomedizinisch und gesellschaftlich relevanter Forschungsideen zu ermöglichen.“

Der Schleswig-Holsteinische Wissenschaftsstaatsekretär Dr. Oliver Grundei wünschte dem CSSB und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen erfolgreichen Start. „Das CSSB soll ein gemeinsames Profil entwickeln, das weit über Norddeutschland hinaus strahlt“, sagte Grundei und betonte, das gehe nur über echte Zusammenarbeit. Der Bund und die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein stellten mit ihren Zuwendungen den Raum und die Ausstattung zur Verfügung. „Das war nicht einfach, denn das bedeutet, über die Grenzen der sonst üblichen Forschungsförderung und Forschungspolitik hinaus zu denken. Aber wir haben es geschafft“, sagte Grundei und dankte dem Direktorium und dem Team „für die intensive Pionierarbeit“ in den vergangenen Wochen und Monaten.

Das Forschungszentrum Borstel ist derzeit assoziierter Partner des CSSB. „Wir bringen den Forschungsschwerpunkt Tuberkulose in das wissenschaftliche Portfolio des CSSB ein. Die am CSSB etablierten innovativen hochauflösenden Bildgebungsverfahren werden die Auseinandersetzung zwischen Wirt und Tuberkuloseerreger in einem völlig anderem Licht darstellen, und interessante neue Hinweise für mögliche Therapieansätze erschließen," so Prof. Ulrich Schaible, Programmdirektor des Programmbereichs Infektionen am Forschungszentrum Borstel.

Das neue CSSB-Gebäude, das gezielt geplant wurde, um Zusammenarbeit, Innovation und Mentoring für Nachwuchsforscher zu fördern, bietet Wissenschaftlern sowohl modernste hauseigene Technologie als auch den direkten Zugang zu DESYs einzigartigen Röntgenlichtquellen wie dem Synchrotron-Speicherring PETRA III und dem nahe gelegenen Freie-Elektronen-Laser European XFEL. Das vierstöckige Gebäude mit Laboratorien und Büros bietet Raum für etwa 180 Wissenschaftler und Mitarbeiter.
  
Im Untergeschoss des Gebäudes werden fünf Kryo-Elektronenmikroskope installiert, mit denen CSSB-Wissenschaftler Krankheitserreger auf verschiedenen Skalen der Auflösung und Komplexität sichtbar machen können: lokales Heranzoomen, um einzelne Atome in einem Molekül zu identifizieren, als auch Herauszoomen, um die Dynamik der Wirt-Erreger-Interaktion in Echtzeit zu beobachten. Mit der Kombination von institutseigener Technologie mit DESYs Röntgenlichtquellen und dem European XFEL werden die CSSB-Wissenschaftler verschiedene strukturelle Methoden in einer integrierten Weise anwenden und so die unter Wissenschaftlern so bezeichnete „resolution revolution“ (Auflösungs-Revolution) erreichen.
  
Das neue Gebäude wurde finanziert von der Bundesrepublik Deutschland, der Freien und Hansestadt Hamburg und den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
  
CSSB-Partnerinstitutionen:
Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)
European Molecular Biology Laboratory (EMBL)
Forschungszentrum Jülich (FZJ)
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI)
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Universität Hamburg (UHH)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
  
Assoziierter Partnerinstitution:
Forschungszentrum Borstel (FZB)
  
Das CSSB ist eine Kooperation ohne Rechtspersönlichkeit. Alle Partner handeln ausschließlich in eigenem Namen und auf eigene Verantwortung.
  
Weitere Informationen über CSSB finden Sie unter:
http://www.cssb-hamburg.de