Press Releases 2017

Wie Urbakterien Entzündungsreaktionen auslösen können

Mikroskopische Aufnahme von Zellen des angeborenen Immunsystem mit Archaeen. Vierbuchen/FZB
Mikroskopische Aufnahme von Zellen des
angeborenen Immunsystem mit Archaeen.
Vierbuchen/FZB

Gemeinsame Pressemitteilung des Forschungszentrums Borstel (FZB) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Der Körper jedes Menschen beherbergt Billionen unterschiedlichster Mikroorganismen. Immer mehr wissenschaftliche Studien konnten in den letzten Jahren belegen, dass diese körpereigene Mikrobiota ganz wesentlich unsere Gesundheit beeinflusst und viele immunologische Prozesse durch diese Mikroben moduliert werden. Die Mikrobiota wird zwar von Bakterien dominiert, besteht aber auch aus anderen Organismen wie Viren, tierischen Einzellern und Archaeen, die auch als Urbakterien bezeichnet werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Borstel (FZB) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) konnten nun erstmals zeigen, wie Archaeen des Stamms Methanosphaera stadtmanae vom menschlichen Immunsystem erkannt werden. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Frontiers in Immunology.

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Multiresistente Erreger: Infektionsexperten rufen Politik zum Handeln auf

v.li.n.re.: Prof. Jürgen Popp (Leibniz-IPHT), Prof. Axel Brakhage (Leibniz-HKI) und Prof. Michael Bauer (Uniklinikum Jena). Fotos: Sven Döring/Leibniz-IPHT
v.li.n.re.: Prof. Jürgen Popp (Leibniz-IPHT),
Prof. Axel Brakhage (Leibniz-HKI) und
Prof. Michael Bauer (Uniklinikum Jena).
Fotos: Sven Döring/Leibniz-IPHT

Aufgrund der sich immer weiter ausbreitenden multiresistenten Erreger stehen Intensivmediziner vor einem besorgniserregenden Dilemma: „Schwere Infektionen, die zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führen können, müssen wir viel zu oft ‚blind‘ mit Breitspektrumantibiotika behandeln, da wir zunächst weder den Erreger noch eventuell vorhandene Resistenzen bestimmen können. Gängige Laborverfahren benötigen bis zu 72 Stunden, um uns die für die therapeutische Entscheidung dringend benötigten Informationen zu liefern. Daher schießen wir unter Umständen mit Kanonen auf Spatzen. Ein Teufelskreis, der das Entstehen neuer Resistenzen begünstigt“, erläutert Prof. Michael Bauer, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Uniklinikum Jena.

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Gut vernetzt: Kick-Off Meeting des Leibniz Postdoc Networks in Borstel

Insgesamt 57 Nachwuchswissenschaftler von 45 verschiedenen Leibniz Instituten nahmen an dem Kick-Off Meeting in Borstel teil.
Insgesamt 57 Nachwuchswissenschaftler von 45
verschiedenen Leibniz Instituten nahmen an dem
Kick-Off Meeting in Borstel teil.

Am 26. und 27.10.2017 trafen sich Postdoc Vertreter von 45 Leibniz-Instituten in Borstel zur offiziellen Gründung des Leibniz Postdoc Networks und zur Festlegung der Struktur des Netzwerkes. Die insgesamt 57 Vertreter kamen aus allen fünf Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft und allen Teilen Deutschlands ins Borsteler Herrenhaus, um an diesem Kick-Off Meeting teilzunehmen. Neben den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern waren ebenfalls Dr. Liz Elvidge vom Postdoc and Fellows Development Center des Imperial College London und Dr. Sabine Müller, wissenschaftliche Referentin Karriereförderung  in der Leibniz-Geschäftsstelle eingeladen, um in Impulsvorträgen über Karriereperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu sprechen und über Ihre Erfahrungswerte zu berichten.

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Mit kleinen Teilchen gegen die Tuberkulose: BMBF unterstützt nanomedizinisches Forschungsprojekt im Kampf gegen therapieresistente Erreger

Quelle /Copyright: Rodos Biotarget GmbH 2017
Quelle /Copyright: Rodos Biotarget GmbH 2017

Der Forschungsverbund ANTI-TB erhält in den nächsten drei Jahren Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Ziel des Projektes ist es, die Therapiesituation bei resistenten Tuberkuloseerregern mit Hilfe von Nanotransportern zu verbessern. Zu den Projektpartnern zählen das Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Institut für Medizin und Biowissenschaften (FZB), das Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), das Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin Hannover (ITEM), das Helmholtz Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU-HW) und das biopharmazeutische Unternehmen Rodos Biotarget GmbH (RBT). Das Forschungszentrum Borstel ist Koordinator dieses innovativen Forschungsverbundes. Die Rodos Biotarget übernimmt die Kommerzialisierung der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse.

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Backstage in Borstel – Das Schullabor und die Ausbildung stellen sich vor

Prof. Arnd Petersen (Leiter der Ausbildung am FZB, stehend) bei der Vorstellung des Schullabors
Prof. Arnd Petersen (Leiter der Ausbildung am FZB,
stehend) bei der Vorstellung des Schullabors

Schüler aus dem Kreis Segeberg und Lehrer aus dem Einzugsbereich Segeberg, Oldesloe und Hamburg hatten in den letzten Wochen gleich zweimal die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Laborarbeit am Forschungszentrum Borstel zu werfen und sich über die Ausbildungsmöglichkeiten und das Programm des Schullabors zu informieren.

Ende September fand ein Lehrerinfotag statt, an dem Prof. Dr. Arnd Petersen, Leiter der Ausbildung am FZB, vor allem neuen Lehrerkollegen im Umkreis, die das Gelände und das Angebot des Borsteler Schullabors noch nicht kennenlernen konnten, näher zu bringen. Dabei ging es vor allem um die Fragen: Zu welchen Themenbereichen können Schüler Versuche im Schülerlabor des FZB durchführen? Welche Klassen können daran teilnehmen? Welche Grundlagen sollten die Schüler bereits beherrschen? Zu welchen hochaktuellen Themenbereichen, wie z.B. CRISPR-Cas und Epigenetik, kann das Schullabor Beiträge leisten?

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