Mykobakterien sind eine Gruppe von ca. 200 Mikroorganismen, die Erkrankungen beim Menschen verursachen können. Die Arten werden in die Gruppe der Tuberkulosebakterien und der Nicht-tuberkulösen Mykobakterien eingeteilt. Man geht davon aus, dass ca. ¼ der Weltbevölkerung mit Tuberkulosebakterien infiziert ist. Weltweit ist die Tuberkulose die häufigste Todesursache durch eine Infektionserkrankung, die auf einen Erreger zurückzuführen ist. Wie groß die internationale Bedeutung von Erkrankungen durch Nicht-tuberkulöse Mykobakterien ist, weiß man nicht. Es mehren sich aber die Hinweise, dass diese Erkrankungen in verschiedenen Erdteilen zunehmen. Menschen mit strukturellen Lungenerkrankungen, vor allem mit Bronchiektasen (Erweiterung der Atemwege) im Rahmen einer Mukoviszidose (Zystische Fibrose) oder chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind besonders gefährdet, Lungenerkrankungen durch Nicht-tuberkulöse Mykobakterien zu erwerben. Die Behandlungen sind oft kompliziert und langwierig.

In Deutschland werden ca. 1/3 aller Erkrankungen durch Mykobakterien durch  Nicht-tuberkulösen Mykobakterien verursacht. Zu den Erregern gehören z.B. Mycobacterium avium, Mycobacterium intracellulare, Mycobacterium abscessus, Mykobacterium kansasii oder Mycobacterium xenopi.

Mykobakterien sind in Borstel besonders angesagt. Am Forschungszentrum befindet sich das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien. Patienten mit mykobakteriellen Erkrankungen aus ganz Deutschland finden für die Diagnose und Behandlung den Weg in die Medizinische Klinik. Mit Förderung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) berät das TBinfo Team des Forschungszentrums jährlich mehr als 1000 telefonische Anfragen zu mykobakteriellen Erkrankungen  (04537 188 0).

Mit den dänischen Nachbarn verbindet das Forschungszentrum Borstel seit vielen Jahren eine kollegiale Freundschaft und enge Zusammenarbeit. So entstand vor 2 Jahren die Idee für gemeinsame informelle Treffen der klinischen Spezialisten, um sich über die komplizierten Behandlungen von Patienten mit mykobakteriellen Erkrankungen auszutauschen.