„Mittels verschiedenster Ansätze, die von ausgebauter Massenspektrometrie bis zu hochmoderner Licht- und Kryo-Elektronenmikroskopie reichen, soll die Dynamik, Struktur und Funktion nativer Erregerkompartimente in situ analysiert und mit Ergebnissen über die Zusammensetzung der Kompartimente sowie den physikalisch-chemischen Eigenschaften ihrer Bestandteile zusammengebracht werden“, erklärt Prof. Dr. Kay Grünewald, Sprecher von InterACt, Professor an der UHH und Abteilungsleiter des HPI im Centre for Structural Systems Biology (CSSB) auf dem ForschungsCampus Bahrenfeld. „Die so generierten Datensätze sind hoch komplex und groß. Deshalb sollen mit dem WissenschaftsCampus die Grundlagen geschaffen werden, diese Daten integrativ zusammenzubringen, effizient zu analysieren und so neuartige Ansätze und Aspekte zu erschließen“, ergänzt er. So kombiniert InterACt die Kompetenzen aus dem Bereich der Infektions-, Struktur- und Systembiologie mit bildgebenden in situ Verfahren: Neben dem HPI und der Universität Hamburg sind auch die beiden Partnerinstitute des Leibniz Center Infection, das Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin sowie das Forschungszentrum Borstel – Leibniz Lungenzentrum, beteiligt.

Dazu sollen im Zuge des WissenschaftsCampus vier neue Forschungsgruppen eingerichtet werden: An der Universität Hamburg werden eine W3-Professur und eine neue W1-Professur etabliert. Am HPI wird eine neue Nachwuchsgruppe eingerichtet. Zudem ist eine gemeinsame W3-Brückenprofessur zwischen der  Universität Hamburg und dem HPI vorgesehen. Die neu geschaffenen Gruppen bearbeiten Themen an der Schnittstelle zwischen Virologie und integrativer Datenanalyse. Diese verstärken das Forschungsprofil an der Universität Hamburg und am HPI durch die systembiologische Verknüpfung der vorhandenen Forschungsgruppen.

In den kommenden vier Jahren erhält InterACt eine Förderung von rund 6,6 Millionen Euro. Die Universität Hamburg leistet dabei eine umfangreiche Ko-Finanzierung von insgesamt 2,8 Millionen Euro. Dazu sagt der Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Lenzen: „Die Entstehung des neuen Leibniz-WissenschaftsCampus zur Frage der Infektionsforschung ist ein weiteres Beispiel für die exzellente Zusammenarbeit der Universität mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Und diese Zusammenarbeit hat Zukunft: Gemeinsam wollen wir in Hamburg den zahlreichen Infektionserregern zu Leibe rücken.“

Etwa 1,5 Millionen Euro fließen vom HPI in den WissenschaftsCampus, 1,2 Millionen Euro von der Hamburger Behörde für Wissenschaft Forschung und Gleichstellung und weitere rund 1,1 Millionen Euro kommen von der Leibniz Gemeinschaft. „Die Etablierung des interdisziplinären Leibniz WissenschaftsCampus zusammen mit unseren lokalen Partnerinstitutionen ist ein großartiger Erfolg für das HPI, der neue Akzente und Impulse setzt, bestehende Forschungsschwerpunkte erweitert und den Standort Hamburg auf dem Feld der Infektions- und Strukturforschung insgesamt stärkt“, freut sich der Wissenschaftliche Direktor des HPI Prof. Dr. Thomas Dobner.

Rückfragen:

Prof. Dr. Kay Grünewald
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Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie,
Hamburg