Am 26. März 2019 bewilligte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft den Leibniz WissenschaftsCampus InterACt. Ziel ist es, die Rolle von Kompartimenten im Infektionsverlauf besser zu verstehen. InterACt wird unter der Federführung des Heinrich-Pette-Instituts (HPI) zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Infektionsbiologie mit der Universität Hamburg (UHH) zum 1. Mai 2019 eingerichtet. Auch das Forschungszentrum Borstel ist an diesem WissenschaftsCampus als Partnerinstitut beteiligt.


Pressemitteilung vom HPI (03.04.2019) Während einer Infektion dringen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten in bestehende Reaktionsräume (sog. Kompartimente) des Wirtes ein oder sie bauen selbst neue Kompartimente auf. Diese Reaktionsräume schützen die Erreger vor der Wirtsabwehr. Ziel des neu eingerichteten Leibniz WissenschaftsCampus InterACt ist es, die Dynamik und Struktur dieser vielfältigen Reaktionsräume aufzuklären und so langfristig, neue Zugänge für innovative Therapieansätze zu finden.

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Am 24. März 1882 beschrieb Robert Koch erstmals den Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis. Genau 100 Jahre später erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den 24. März zum Welttuberkulosetag, um gezielt auf diese Krankheit hinzuweisen und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

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Im Rahmen des Leibniz-Symposium: "Personalisierte Medizin – Diagnostik – Medizintechnik", das am 20. März 2019 in Berlin stattgefunden hat, ging Prof. Heinz Fehrenbach vom Forschungszentrum Borstel in seinem Vortrag auf den aktuellen Stand der Forschung bei der individualisierten Diagnostik bei Asthma und COPD ein. Die Inhalte seiner Präsentation sind nun in einem spannenden Artikel im Ärztblatt erschienen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101836/Zielgerichtete-Asthmatherapien-mit-noch-unspezifischen-Biomarkern

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts vom 15.03.2019

Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen in Deutschland war 2018 ähnlich hoch wie 2017. Ein jährlicher Rückgang um 10 Prozent wäre aber erforderlich, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation zu erreichen, Tuberkulose bis 2050 zu eliminieren. „Da-her sind in der Tuberkulosekontrolle auch in Deutschland zusätzliche Anstrengungen notwendig“, sagt Lothar H. Wieler, Präsident des RKI im Hinblick auf die aktuelle Ent-wicklung. Dem RKI wurden 2018 insgesamt 5.429 Fälle übermittelt (Datenstand 1.3.2019), 2017 waren es 5.486, 2016 betrug die Zahl der übermittelten Fälle 5.949.
In Deutschland gibt es modernste Diagnoseverfahren, wirksame Medikamente, natio-nale Leitlinien und ein gutes Überwachungs (Surveillance)-System. Damit steht ein Großteil der für die Elimination erforderlichen Instrumente zur Verfügung. Dennoch werden Erkrankte häufig erst spät diagnostiziert. Von zentraler Bedeutung in der Tu-berkulosekontrolle sind leistungsfähige Gesundheitsämter, um im Umfeld eines Tu-berkulosepatienten infizierte oder bereits erkrankte Personen zu identifizieren und eine Verbreitung der Tuberkulose zu verhindern. Am 18. und 19. März finden in Berlin an-lässlich des Welttuberkulosetages am 24. März zwei Tagungen statt und das Epidemio-logische RKI-Bulletin 11/12 2019 widmet sich dieser Erkrankung mit einer Doppelaus-gabe (ab 14.3.2019 online abrufbar).
Bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichts-abnahme sollte immer auch an Tuberkulose gedacht werden. Bedeutsam sind auch eine frühzeitige Resistenztestung und eine resistenzgerechte Behandlung. „Auch die mole-kulare Surveillance ist ein wichtiger Beitrag zur Elimination der Tuberkulose und sollte landesweit etabliert werden“ betont Lothar H. Wieler. Bei der Molekularen Surveillance wird die Erbsubstanz der Tuberkulose-Bakterien mit modernen Sequenzierverfahren entschlüsselt und der so gewonnene genetische Fingerabdruck mit Meldedaten ver-knüpft. So können Übertragungswege besser aufgeklärt und Ausbruchsgeschehen er-kannt und gestoppt werden.
Ein kontinuierlicher Austausch zwischen allen Partnern, die sich in der Prävention und Bekämpfung der Tuberkulose in Deutschland engagieren, ist Voraussetzung für die Erreichung des Eliminationsziels. Daher gibt es seit einigen Jahren im Vorfeld des Welttuberkulosetages eine Tagung, die das Bundesministerium für Gesundheit unter-stützt. Veranstalter sind das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulo-se, das Forschungszentrum Borstel und das Robert Koch-Institut. Die Tagung findet diesmal am 18.3. statt.
Auf der internationalen Agenda steht Tuberkulose weit oben und war im Herbst 2018 erstmals Thema in der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Dort wurde eine historische politische Deklaration verabschiedet mit dem Ziel, den weltweiten Kampf für die Elimination einer der ältesten Krankheiten der Menschheit zu beschleunigen. Eine gemeinsame Veranstaltung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Regionalbüros Europa der Weltgesundheitsorganisation bringt zum zweiten Mal nach 2018 nationale und internationale Partner und Experten im Robert Koch-Institut zu-sammen, um über die nächsten Schritte auf dem Weg zur Elimination zu beraten.
Die Tagung von BMG und WHO findet am 19.3.2019 von 10 - 17 Uhr im Robert Koch-Institut am Nordufer 20 in Berlin statt. Medien können in diesem Rahmen Statements zur internationalen oder nationalen Situation einholen (Anmeldung: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.).

Weitere Informationen zu der Veranstaltung: https://www.dzk-tuberkulose.de/termine/tb-aktuell-tagung-zum-welt-tuberkulosetag/

Weitere Informationen und Links: www.rki.de/tuberkulose