Innovationskraft steigern, Fachkräftemangel vorbeugen, Synergien nutzen. Schleswig-Holstein verfügt über ein enormes Forschungs- und Entwicklungspotenzial. Und über viele Möglichkeiten, im Land zwischen den Meeren Wertschöpfungsketten von der Grundlagenforschung bis zur Technologieentwicklung abzubilden. Die Einrichtungen der Spitzenforschung in Schleswig-Holstein rücken dazu jetzt enger zusammen. In dieser Woche begründeten sie mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung die „Allianz für Spitzenforschung in Schleswig-Holstein“.

Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität vom 29.05.2020

Der Allianz gehören 14 Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) an. Ziel des neuen Verbunds ist der Aufbau inter- und transdisziplinärer Kooperationen und eine intensive Zusammenarbeit bei übergreifenden Forschungs- und Organisationsthemen. So sind neuartige Formen der gemeinsamen Nachwuchsförderung, der Aufbau eines Dual-Career-Netzwerkes, die gemeinsame Nutzung von Forschungsplattformen sowie die Einbindung von Stakeholdern und die Etablierung von Think Tanks für aktuelle Fragestellungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geplant.

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Dank der positiven Entscheidung der Leibniz-Gemeinschaft kann das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk des Forschungszentrums Borstel Leibniz Lungenzentrum (FZB), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU Kiel) und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön (MPI Plön) seine Arbeit für weitere vier Jahre fortführen. Ziel des Leibniz-WissenschaftsCampus "Evolutionary Medicine of the Lung (EvoLUNG)" ist es, durch die Erforschung evolutionärer Prozesse ein besseres Verständnis der Entstehung von Asthma, chronisch obstruktiver Lungenkrankheiten (COPD) und Tuberkulose zu erhalten und daraus neue Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.

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Ein internationales Konsortium unter der Leitung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum, hat erstmals die weltweite Populationsstruktur und Verbreitung opportunistischer, multiresistenter Krankheitserreger des Stenotrophomonas maltophilia-Komplexes untersucht. Die jetzt in Nature Communications veröffentlichte Studie liefert ein systematisches Verständnis der globalen Phylogenie von S. maltophilia-Stämmen und ermöglicht eine effiziente Überwachung auf der Grundlage eines neu entwickelten genomischen Klassifikationssystems.

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Große Freude am Forschungszentrum Borstel: Der Rotary Club Bad Segeberg setzt sich für die Förderung des Wissenschaftsnachwuchses ein und spendet 2.500 Euro an das Schullabor auf dem Campus.

Bereits seit dem Jahr 2002 haben Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13. die einzigartige Möglichkeit in den Labors des Forschungszentrums selber zu experimentieren und Gelerntes praktisch zu begreifen. Das Ziel: Den Nachwuchs für Naturwissenschaften zu begeistern und auf diese Weise dem Nachwuchsmangel in den Bereichen Chemie, Biologie, Biochemie und Molekularbiologie entgegenzuwirken. In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der umliegenden Schulen wurde in den letzten Jahren ein an die Lehrinhalte angepasstes und modular aufgebautes Angebot entwickelt. Dank der finanziellen Unterstützung können nun Verbrauchsmittel angeschafft werden, um den Schülerinnen und Schülern auch weiterhin abwechslungsreiche und spannende Experimente anzubieten.

„Wir freuen uns sehr über diese großzügige Spende und möchten dem Rotary Club und seinem Präsidenten Prof. Peter Zabel von ganzem Herzen danken,“ so Prof. Arnd Petersen, Leiter der Ausbildung am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum. „Das Angebot des Schullabors ist für die Schulen kostenlos und wird sehr gut angenommen. Diese Spende ist eine wichtige Hilfe, um unsere Arbeit im Schullabor aufrechtzuerhalten.“

H. G. Fehrenbach. Machtmissbrauch in der Wissenschaft. Fünf Mythen.
Forschung & Lehre, Ausgabe 4/20: 322-324.

Seit 2017 haben mehrere Fälle von Machtmissbrauch gegenüber Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine hohe Aufmerksamkeit für das Thema ausgelöst. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sich in ihrem 2019 verabschiedeten neuen Kodex zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis deutlich zum Thema positioniert, über das gleichwohl in der wissenschaftlichen Community mehr oder weniger weit verbreitete Mythen bestehen. Eine Analyse*.

(Basierend auf dem Impulsreferat vom 6. Februar 2020 im Rahmen des Ombudssymposium in Berlin)