Antibiotikaresistente Bakterien sind ein zunehmendes Risiko für die Gesundheit des Menschen. Laut einer Studie des Europäischen Antibotika­resistenz-Surveillance-Netzwerks erkranken in der EU jährlich ca. 670.000 Menschen an Infektionen durch antibiotika­resistente Erreger und es versterben ca. 33.000 Menschen pro Jahr daran. Die WHO fasste bakterielle Erreger, die besonders durch Antibiotikaresistenz auffallen, als ESKAPES Gruppe zusammen zu denen auch wichtige Gram-negative Lungenkeime wie Klebsiellen, Pseudomonaden und Stenotrophomonaden gehören. Auch Helicobacter pylori (Hp) wurde von der WHO als einer der Krankheitserreger identifiziert, für die es dringend erforderlich ist, neue antibakterielle Verbindungen zu finden. Der Magenkeim ist ein weltweit verbreitetes Bakterium und kann beim Menschen Magengeschwüre und Magenkrebs hervorrufen.

Um alle erforderlichen Erfahrungen und Ressourcen zusammenzubringen, die zur Entwicklung neuer Wirkstoffe erforderlich sind, bedarf es translationaler und internationaler Forschungsansätze. Aus diesem Grund haben sich nun Forschungsteams der Universität Saragossa, des französischen Nationalen Instituts für Agrarforschung (INRA), des Pasteur-Instituts aus Paris und des Forschungszentrums Borstel-Leibniz Lungenzentrum im Rahmen des Forschungsverbunds Flavodoxin inhibitors to kill resistant bacteria (FLAV4AMR) zusammengetan, um mit gebündelter Expertise neue Ansatzpunkte im Kampf gegen die steigenden Antibiotikaresistenzen zu finden.

Der Fokus des Konsortiums, welches durch die Joint Programming Initiative „JPIAMR“ zu Diagnostik und Surveillance von antibiotikaresistenten Bakterien gefördert wird, liegt auf der Erforschung des Proteins Flavodoxin. Das Flavodoxin spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel vieler Bakterien und wurde als vielversprechendes Zielmolekül für antimikrobielle Wirkstoffe identifiziert. "Unser oberstes Ziel ist die Entwicklung neuer Flavodoxin-Inhibitoren mit erheblicher antimikrobieller Aktivität, sowohl für Helicobacter pylori als auch für andere bakterielle Krankheitserreger, die aufgrund ihrer Antibiotikaresistenz erhebliche Probleme für die Behandlung bereiten. Diese sollen in angemessener Zeit auf den Markt kommen und können zukünftig die Behandlung verbessern," so Prof. Javier Sancho, Sprecher des Konsortiums.

Weiterführende Informationen:

https://www.unizar.es/noticias/la-universidad-de-zaragoza-planta-cara-la-bacteria-helicobacter-pylori-cada-vez-mas

Kontakt:

Prof. Dr. Ulrich Schaible
Direktor Programmbereich Infektionen
Forschungszentrum Bostel – Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 1
23845 Borstel
Telefon: 04537 – 188 600
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