Aus diesem Grund wurde im letzten Jahr das innovative Doktoranden Trainingsnetzwerk CORVOS (COmplement Regulation and Variations in Opportunistic infectionS) gegründet. Diese europaweite Initiative von insgesamt 10 europäischen Universitäten, 3 biomedizinischen Unternehmen, 2 Forschungsinstituten und 3 Krankenhäusern umfasst ein interdisziplinäres Promotionsprogramm mit sektorübergreifenden Auslandsaufenthalten und Ausbildungsmaßnahmen, welche die Qualifikationen und Kompetenzen der Doktorand*innen stärken. Gefördert wird das Programm durch die „Marie Skłodowska-Curie Innovative Training Networks“ der Europäischen Union, die ein Teil des europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ darstellen.

Im Rahmen von CORVOS werden 15 hochmotivierte Doktorand*innen ihre Forschungsarbeiten durchführen, um die derzeitige wissenschaftliche Lücke beim Verständnis der Rolle des angeborenen Immunsystems bei opportunistischen Infektionen zu schließen. Die Europäische Union stellt für dieses ambitionierte Programm insgesamt 4,1 Mio. Euro zur Verfügung. Koordiniert wird CORVUS von der Medizinischen Universität in Innsbruck.

Elf der 15 Doktorand*innenstellen wurden im Herbst 2019 ausgeschrieben und die ersten erfolgreichen Bewerbungsverfahren fanden Anfang Januar 2020 statt. Dazu waren 22 Kandidat*innen aus 16 verschiedenen Nationen eingeladen. Die bisher ausgewählten 10 Kandidat*innen kommen aus 8 Nationen (Italien, Frankreich, Deutschland, Polen, Portugal, USA, Kolumbien, China). Start der wissenschaftlichen Projekte wird der 1. März dieses Jahres sein.

Am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum und der Universität zu Lübeck (UzL) werden Dr. Christoph Hölscher, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Prof. Dr. Stefan Niemann , Leiter der Forschungsgruppe Molekulare und Experimentelle Mykobakteriologie und Professor an der Universität zu Lübeck, einen Doktoranden aus diesem Programm betreuen.

Der Nachwuchsforscher wird im Rahmen seiner Arbeit die Komplement-abhängige Modulation der Wirts-Pathogen-Interaktion nach der Infektion mit Mycobacterium tuberculosis charakterisieren. Der Doktorand wird an der Universität zu Lübeck und der Universität Kopenhagen einen doppelten Doktortitel erwerben. „Das CORVOS Programm ist eine einzigartige Möglichkeit die Bedeutung von Komplement für die Immunabwehr bei der Tuberkulose in einem europäischen Konsortium mit herausragenden Experten zu erforschen“ sagen Christoph Hölscher und Stefan Niemann. Dieser Aspekt wird in enger Zusammenarbeit mit Prof. Jörg Köhl, Direktor des Instituts für Systemische Entzündungsforschung an der Universität zu Lübeck, und Prof. Peter Garred, Leiter des Labors für Klinische Immunologie an der Universität Kopenhagen, bearbeitet.

Weitere Informationen zu dem Corvus Programm: https://corvos.eu/content/home/about/