Pressemitteilungen 2023

Erneute Berufung: Das NRZ für Mykobakterien bleibt am Forschungszentrum Borstel beheimatet

Das Nationale Referenzzentrum für Mykobakterien (NRZ) wird für weitere zwei Jahre am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum angesiedelt sein. Zu diesem Entschluss kam das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), welches damit der Empfehlung des Wissenschaftlichen Beirats für Public Health Mikrobiologie und dem Robert Koch-Institut (RKI) gefolgt ist. „Wir freuen uns sehr über die Weiterberufung und das damit bezeugte Vertrauen. Das NRZ ist ein essentieller Bestandteil der Tuberkuloseforschung in Borstel und stellt durch seine Tätigkeit bei der Überwachung und Erforschung des Tuberkuloseerregers einen wichtigen Eckpfeiler im öffentlichen Gesundheitsschutz dar,“ so Prof. Ulrich E. Schaible, Zentrumsdirektor des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum.

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Mentoring Award für Leibniz Chair Prof. Anna Maria Mandalakas

Professor Anna-Maria Mandalakas, Gastprofessor in der Forschungsgruppe „Klinische Infektiologie“ und Leibniz Chair am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum ist mit dem Mentor Award 2023 des Departments of Paediatrics am Baylor College of Medicine – Texas Children´s Hospital in Houston, Texas, USA ausgezeichnet worden. Sie ist Leiterin der Abteilung Global Health und Professorin für Pädiatrie am Baylor College of Medicine. Mit ca. 1000 Betten und mehr als 1500 Fachärzten zählt das Texas Children´s Hospital zu den größten und am besten bewerteten Kinderkrankenhäusern der Welt.

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Polizeiübung

Heute findet auf dem Gelände des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum eine Polizeiübung statt. Die Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes nutzen für ihr Training ein stillgelegtes Laborgebäude auf dem Campus.

Es besteht keine Gefahr. Die Parkanlage darf wie gewohnt betreten und genutzt werden.

Fit für die Zukunft! Wissenschaftlicher Beirat bewertet die Forschung am Zentrum als „sehr gut“

Am 21. Und 22. September 2023 war der Wissenschaftliche Beirat zu Gast am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, um sich einen Überblick über die aktuellen Forschungskonzepte und die Weiterentwicklung der Forschungsagenda des Instituts zu verschaffen und diese zu bewerten. Zudem wurde die Infra- und Organisationsstruktur, die Personalentwicklung und die Nachwuchsförderung von dem Beirat begutachtet.

In seinem abschließenden Protokoll zeigte sich der Wissenschaftliche Beirat beeindruckt vom strukturierten Prozess zur Weiterentwicklung der Forschungsprogrammatik, der fortlaufend am FZB erfolgt und bewertet die Forschungsarbeit auf dem Campus mit „sehr gut“ bis „exzellent“.

Die Lunge ist das zentrale Organ, für das das FZB besonders ausgewiesen ist. Auch wenn weitere Institute in Deutschland ebenfalls die Lunge als Organ erforschen, gibt es einige nur durch das FZB besetzte Forschungsgebiete. Dazu gehören die Tuberkuloseforschung, die auf allen Ebenen des FZB sehr stark ist, sowie die innovative Ausrichtung der Asthmaforschung, und ebenso technologische Alleinstellungsmerkmale wie z.B. die Lipidanalytik.

Der Beirat stellte die hohe Relevanz der Borsteler Forschung für die Leibniz-Gemeinschaft heraus, da mit chronischen Lungenerkrankungen wie TB, COPD und Asthma sehr wichtige klinische Probleme adressiert werden, die zahlreiche Patientinnen und Patienten betreffen und die Gesundheitssysteme stark belasten. Für die Zukunft sieht der Beirat diese drei Volkskrankheiten auch weiterhin als die Schwerpunkte des FZBs. Die COPD stellt hierbei ein verbindendes Glied zwischen infektiösen und nicht- infektiösen Lungenkrankheiten dar.

Besonders hervorzuheben sei, dass sich das FZB seit der letzten Evaluierung tiefgründig mit der Auswahl von Forschungsthemen auseinandergesetzt hat, die eine Vernetzung der beiden Programmbereiche innerhalb des FZB fördern und auch Alleinstellungsmerkmale für das FZB darstellen.

Für die Zukunft wünscht sich der Beirat, dass diese Alleinstellungsmerkmale noch stärker herausgestellt und die programmbereichsübergreifenden Themen weiter ausgearbeitet werden. Diese Themen stehen für das FZB nun im Fokus und werden bis zu der nächsten Evaluierung im Jahr 2026 vorangetrieben.

Über das Audit

Das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum wird – wie alle Leibniz-Einrichtungen – gemeinsam durch Bund und Land gefördert. Spätestens alle 7 Jahre werden alle Leibniz-Institute turnusmäßig durch eine externe Evaluierung überprüft, um zu schauen ob die Voraussetzungen der gemeinsamen Förderung weiterhin gegeben sind.

Zudem werden Leibniz-Einrichtungen in ihrer Arbeit intensiv und kritisch durch ihren Wissenschaftlichen Beirat begleitet. Als Beratungsgremium bewertet dieser regelmäßig die wissenschaftlichen Leistungen der Einrichtung. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Audits ein. In diesen wird die Entwicklung der Arbeitseinheiten und der Einrichtung insgesamt geprüft. Dabei spielen Fragen der wissenschaftlichen Qualität ebenso eine Rolle wie Fragen der weiteren strukturellen Entwicklung und Ausrichtung. Ein Audit soll mindestens einmal zwischen zwei Evaluierungen des Senats angesetzt werden. Die Ergebnisse eines Audits werden in einem Bericht an das Aufsichtsgremium der Einrichtung festgehalten.

Über die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum

  • Dr. Sven Hammerschmidt, Universität Greifswald (Vorsitzender)
  • Dr. Petra Arck, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (stv. Vorsitzende)
  • Dr. Barbara Bröker, Universität Greifswald
  • Dr. Jon Genuneit, Universitätsklinikum Leipzig
  • Dr. Martin Peter Grobusch, University of Amsterdam UMC
  • Dr. Regina Scherließ, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Dr. Christian Taube, Universitätsklinikum Essen

An dem Audit nahmen zudem als Gäste teil:

  • Dr. Jürgen May, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
  • Anton Aebischer, Robert Koch-Institut

 

Wenn (neue) Medikamente nicht mehr wirken: Besorgniserregende Ausbreitung multiresistenter Tuberkulose in Mosambik

Mit einer der höchsten Tuberkulose-Inzidenzen (368 Fälle/100.000 Einwohner) in der afrikanischen Region ist Mosambik stark von der Tuberkulose-Epidemie betroffen. Vor allem arzneimittelresistente Tuberkulosefälle stellen eine Herausforderung dar: Schätzungen zufolge traten allein im Jahr 2021 bis zu 4.800 neue Fälle von multiresistenter/Rifampicin resistenter Tuberkulose (MDR-TB, RR-TB) auf. Besonders besorgniserregend sind neue Ergebnisse, die Forschende eines internationalen Konsortiums unter der Leitung des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum nun in der Fachzeitschrift Lancet Infectious Diseases veröffentlichten: Bei den untersuchten MDR-TB-Stämmen wurde ein hoher Anteil an Fluorchinolon- und ein zunehmender Anteil Bedaquilin-Resistenz festgestellt, zwei Schlüsselmedikamente aktueller Therapieschemata zur Behandlung von Patienten mit MDR-TB. Darüber hinaus dokumentierten die Forschenden die Ausbreitung von MDR-TB-Stämmen, deren Rifampicin Resistenz mit den derzeit weltweit eingesetzten molekularen Testverfahren nicht nachgewiesen werden kann.

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