Pressemitteilungen 2017

Praxis statt Theorie: Projekttage am Forschungszentrum Borstel ermöglichen Schülern Einblicke in die spannende Welt der Lungenheilkunde

Projekttag_Borstel_Schueler_Lunge

Wie funktioniert die Lunge? Wer lebt alles in einer Wasserpfeife? Und was hat ein Smartphone mit Tuberkulose zu tun?  Diese und weitere Fragen wurden am 14. Und 15. Juni gemeinsam mit den Schülern der 9. Klasse der Schule-im-Alsterland am FZB erörtert und beantwortet. Ziel war es, den Schülern die einzelnen Aspekte der Lungenheilkunde zu vermitteln und durch aktive Teilnahme und praktisches Erlernen das Interesse für Wissenschaft und Medizin zu wecken. Ein besonderes Augenmerk lag ebenfalls auf der Veranschaulichung möglicher Gefahren durch das Rauchen von Shishas.

Auf die 110 Schüler aus Nahe und Sülfeld wartete ein breitgefächertes Programm: Im ersten Teil der Veranstaltung nahmen Sie an einer Pilotstudie teil, um den Wissenszuwachs und somit die Nützlichkeit einer Aufklärungs-App zum Thema Tuberkulose zu überprüfen. Weltweit erkranken jährlich gut 9 Millionen Menschen an Tuberkulose, eine Million sterben. Die Erkrankung ist in Deutschland selten (ca. 5000 Fälle jährlich), in anderen Ländern, insbesondere in armen und krisengeschüttelten Ländern jedoch häufig. Aus diesen Ländern kommen Flüchtlinge nach Deutschland, die bei Ausbruch der Erkrankung über Behandlungsmöglichkeiten, Vorsichtsmaßnahmen, Ansteckungsgefahr u. a. informiert werden müssen. Da viele der Patienten kein Deutsch sprechen, stellt die Sprachbarriere oft ein Hindernis bei der Aufklärung dar. Aus diesem Grund wurde am Forschungszentrum Borstel das spendenfinanzierte Projekt ExplainTB entwickelt. Diese kostenlose App ermöglicht dem Arzt, seinen Patienten in über 38 Sprachen aufzuklären, allein durch den Einsatz seines Smartphones. Die Aufklärungsinformationen werden als Text dargestellt, aber auch als Hörversion, da viele der Patienten nicht lesen können.  Bisher ist unbekannt, ob Patienten durch die Nutzung diese App tatsächlich einen Wissenszuwachs erfahren. Die Schüler können durch die Teilnahme an der Pilotstudie einen ersten und wichtigen Schritt bei der Evaluierung diese App leisten.

Im zweiten Teil hatten die Schüler in kleinen Gruppen die Möglichkeit, Einblicke in die Forschung und die Labore des Zentrums zu erhalten. Anhand einer echten Schweinelunge erfuhren die Schüler, wie unsere Atmung funktioniert und konnten untersuchen, welche Bakterien in der eigenen Wasserpfeife leben und welche Auswirkung diese auf die Gesundheit der Raucher haben können.

Abgerundet wurde das Programm durch den Besuch in der Pollenmessstation. Hier konnten die Schüler selber schauen, welche Pollen in der Region fliegen, wie man diese Einfangen und Messen kann und welche Allergien diese auslösen können. „Da dieser Projekttag das erste Mal stattgefunden hat, waren wir natürlich sehr gespannt, wie die Schüler unser Programm annehmen,“ so Dr. Christian Herzmann, der gemeinsam mit Dr. Katharina Kranzer die Veranstaltung seitens des Forschungszentrums organisiert hat. “Wir freuen uns sehr, dass wir so positive Rückmeldungen von den Schülern und Lehrern bekommen haben. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, den Nachwuchs für unsere Arbeit zu begeistern und Ihnen einen Einblick zu geben, was hier in dem Forschungsinstitut in Ihrer direkten Nachbarschaft eigentlich gemacht wird.“

 

Lesen Sie dazu auch:

Stormaner Tageblatt vom 15.06.2017: Hausbesuch im Herrenhaus

Lübecker Nachrichten vom 14.06.2017: Von der Mär des gesunden Rauchens