Pressemitteilungen 2018

Großes Interesse beim Tag der offenen Tür am Forschungszentrum Borstel

Über 400 Besucher kamen am Samstag, dem 08.09.2018 zu dem Tag der offenen Tür am Forschungszentrum Borstel, um einen Blick hinter die Kulissen der Lungenforschung und des Klinikalltags zu werfen. Neben einem spannenden und abwechslungsreichen Programm rund um die Arbeit des Forschungszentrums fand an diesem Tag zudem der 1. Borsteler Spendenlauf statt.

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Wie Krebszellen Winterschlaf halten - Bundesweites Schwerpunktprogramm der DFG erforscht Entstehung von Knochenmetastasen

In den kommenden sechs Jahren arbeiten Wissenschaftler aus ganz Deutschland eng zusammen, um Knochenmetastasen nach einer vorherigen Brust- oder Prostatakrebserkrankung frühzeitig zu erkennen und deren Entstehung zu verhindern. Insgesamt 7,8 Millionen Euro stehen für das von der Universitätsmedizin Dresden aus koordinierte, bundesweite DFG-Schwerpunktprogramm 2084 „μBONE – Kolonisierung und Interaktionen von Tumorzellen innerhalb der Knochenmikroumgebung“ in den kommenden 3 Jahren zur Verfügung. Die Pathologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck und des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum ist unter der Leitung von Prof. Sven Perner und Dr. Verena Sailer mit zwei Projekten an diesem Programm beteiligt.

Jede achte Frau sowie jeder achte Mann erkrankt im Laufe des Lebens an Brust- beziehungsweise Prostatakrebs. Diese beiden Karzinome sind bei den beiden Geschlechtern somit die am häufigsten auftretenden Krebsarten. „Es ist leider oft klinischer Alltag, dass wir Patientinnen mit Brustkrebs und Patienten mit Prostatakrebs sehen, deren Tumorerkrankung bereits vor mehreren Jahren besiegt schien, bei denen die Krankheit aber in Form von Knochenmetastasen zurückkehrt“, sagt Prof. Lorenz Hofbauer, Altersmediziner und Knochenspezialist am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und Koordinator des µBONE-Konsortiums. Die Folge sind Knochenbrüche, starke Schmerzen und eine Einschränkung der Lebensqualität. „Gerade das Mammakarzinom und das Prostatakarzinom neigen bei fortgeschrittener Erkrankung in bis zu 80 Prozent zur Ansiedlung in den Knochen.“ Die Krebszellen halten im menschlichen Körper im Knochenmark über Jahre eine Art „Winterschlaf“ und zerstören nach dem Erwachen den Knochen relativ rasch. Die Forscher wollen die Prozesse verstehen, die zu dieser Entwicklung führen.

 „Die genauen Mechanismen und die einzelnen Entwicklungsschritte der Knochen- und Tumorzellen auf dem Weg zur klinisch erkennbaren Knochenmetastase sind unzureichend erforscht, stellen aber eine Grundvoraussetzung für eine frühzeitige Diagnose sowie eine verbesserte Prävention und Therapie dar“, sagen Prof. Sven Perner und Dr. Verena Sailer. Ziel der beiden Forschungsprojekte ist es, die Entstehung von Knochenmetastasen besser zu verstehen. Um dies zu erreichen, erforscht die Gruppe unter der Leitung von Prof. Perner die Rolle der TRIM-Proteine in der Kolonisierung des Knochens und der Modulation des Knochenmikromilieus während der Metastasierung des Prostatakarzinoms. Die Gruppe unter der Leitung von Frau Dr. Verena Sailer beschäftigt sich mit der Entwicklung und Validierung eines Genexpressions-Tests als prognostischer und prädiktiver Biomarker in Knochenmetastasen von Prostatakarzinomen.

Schwerpunktprogramm 2084 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Im Rahmen des Schwerpunktprogramms sollen Schlüsselmechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumore und die nachgeschaltete Kommunikation zwischen den Zellen aufgeklärt werden. Dieses Wissen soll dazu dienen, bessere Strategien zur Behandlung von Knochenmetastasen zu entwickeln. Neben der Pathologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
und des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum sind weitere renommierte  Forschungseinrichtungen an dem Programm beteiligt (www.dfg.de/gefoerderte_projekte/programme_und_projekte/listen/). Prof. Perner und Fr. Dr. Sailer arbeiten hierbei vor allem eng mit einem interdisziplinären Team von Kollegen aus Dresden, Hamburg, Heidelberg und Erlangen zusammen.

Kontakt:

Prof. Dr. Sven Perner

Direktor der Pathologie
Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
und Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum


Standort Lübeck:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Institut für Pathologie

Ratzeburger Allee 160 (Haus 50)

23538 Lübeck
Tel.: +49 451 500-15801

Fax: +49 451 500-15804

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.uksh.de/pathologie-luebeck


Standort Borstel:
Forschungszentrum Borstel

Pathologie
Parkallee 3a

23845 Borstel
Tel.: +49 451 500-15801

Fax: +49 451 500-15804
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.fz-borstel.de/cms/de/forschungszentrum/medizin/klinische-und-experimentelle-pathologie.html

 

Tag der offenen Tür am FZB: Das Forschungszentrum Borstel stellt sich vor!

Am 08.09.2018 von 10 - 16 Uhr öffnet das Forschungszentrum seine Tore: Ein spannendes und abwechslungsreiches Programm erwartet Sie!

  • Lernen Sie unsere Labore, Klinik und Forschungsprojekte kennen
  • Erfahren Sie, wie wir für Ihre Gesundheit forschen
  • Informieren Sie sich über wissenschaftliche Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten

Nehmen Sie an unserem Spendenlauf  teil und lassen Sie sich vom Wissensfieber (Quiz) anstecken! – Spaß und Preise winken hier für Groß und Klein.

Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, die Pollenmessstation am FZB kennenzulernen und zu testen wie gesund Ihre Lungen sind.

Alle Infos zu dem Tage der offenen Tür und unserem Spendenlauf finden Sie hier:

spendenlauf.fz-borstel.de

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Hier können Sei den Flyer herunterladen!

 

 

 

Globale Tuberkuloseüberwachung durch vereinheitlichtes Identifikationsverfahren

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Forschungszentrums Borstel hat ein neues Verfahren auf Basis der Genomsequenzierung entwickelt, um Tuberkuloseerreger eindeutig und weltweit einheitlich zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Studie sind kürzlich im Journal EBioMedicine erschienen und könnten in Zukunft entscheidend dazu beitragen, Ausbrüche schneller und effektiver zu bekämpfen.

Tuberkulose wird von Bakterien aus dem Mycobacterium tuberculosis Komplex ausgelöst und ist eine der tödlichsten Infektionskrankheiten des Menschen. Die Behandlung ist kompliziert und langwierig, und selbst nach einer Heilung bleiben oft schwere Organschäden zurück. Darüber hinaus ist die Tuberkulose insbesondere in Entwicklungsländern ein bedeutendes Armutsrisiko und ein Krankheitsfall kann den Lebensunterhalt ganzer Familien zerstören. In den letzten Jahren haben mehrere globale Studien zudem die zunehmende Ausbreitung von resistenten Stämmen aufgezeigt, die gegen die wichtigsten in der Behandlung eingesetzten Antibiotika unempfindlich sind.

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Leibniz-Respiratorium: Forschungszentrum Borstel erhält neues und hochmodernes Laborgebäude

Leibniz-Respiratorium: Forschungszentrum Borstel erhält neues und hochmodernes Laborgebäude

Um auch in den nächsten 30 Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben, wird der Campus des Forschungszentrums in den nächsten 4 Jahren für insgesamt 50 Millionen Euro erweitert. Den Anfang macht der Neubau eines zentralen Laborgebäudes, dem so genannten „Leibniz-Respiratorium“.  Das dreigeschossige Gebäude soll im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden und bietet Platz für 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 14 Forschungsgruppen. Bund und Land fördern dieses Bauvorhaben zu gleichen Teilen. "Das Forschungszentrum Borstel kann stolz sein: es ist hinsichtlich seiner Forschungsleistungen und Drittmitteleinwerbungen so erfolgreich wie nie zuvor,“ erläutert Stefan Ehlers, Zentrumsdirektor des Forschungszentrums. “Wir sind den Zuwendungsgebern außerordentlich dankbar, dass sie durch die Finanzierung des Neubaus unsere Wissenschaft auch zukünftig sichern.“

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