21.03.2025
Welttuberkulosetag 2025: Weiterhin keine Entwarnung beim Tuberkulosegeschehen in Deutschland
Anlässlich der Welttuberkulosetages am 24.03.2025 lädt das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) bereits zum 11. Mal zu der Veranstaltung „Tuberkulose aktuell – neue Konzepte, neue Herausforderungen“ ein. Gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Forschung, Medizin und öffentlichem Gesundheitswesen wird an diesem Tag über aktuelle Entwicklungen bei der Bekämpfung dieser wichtigen Infektionskrankheit informiert und diskutiert.
Tuberkulose ist nach wie vor die weltweit tödlichste Infektionskrankheit: Pro Jahr erkranken nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 11 Millionen Menschen an Tuberkulose. Und obwohl diese Krankheit heilbar ist, sterben jährlich weit über eine Millionen Menschen daran. Um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Bekämpfung dieser Krankheit ist, findet jährlich am 24. März der Welttuberkulosetag statt. In diesem Jahr lautet das Motto „Ja! Wir können die Tuberkulose beenden: Bekennen, investieren, umsetzen.“
Auch in Deutschland ist die Tuberkulose weiterhin aktuell, auch wenn die Zahlen in den letzten Jahren stagnierten: Laut des aktuellen Berichts des Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2023 insgesamt 4.481 Tuberkulosefälle gemeldet, dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2024 zeigen wiederrum einen leichten Rückgang der Erkrankungen. Deutschland zählt damit weiterhin zu den Niedrig-Inzidenzland, in dem insgesamt ein deutlicher Rückgang der Zahlen im Vergleich zu den Jahren 2015/16 und 2017/18 zu registrieren ist. Allerdings sinken die Fallzahlen hierzulande zu langsam, um das von der WHO ausgerufene Ziel, die Tuberkulose bis 2050 zu eliminieren, zu erreichen.
Um die komplexen Herausforderungen bei der Tuberkulosekontrolle zu meistern, bedarf es eines ständigen Austauschs und einer überregionalen Vernetzung. „Die Mitarbeitenden in unseren Gesundheitsämtern stehen, neben den Ärzten in den Kliniken, an vorderster Front der Tuberkulose-Bekämpfung. Ausbrüche müssen schnell erkannt werden, um Infektionsketten zu unterbrechen und Patienten mit maßgeschneiderten Therapien zu behandeln. An die Menschen im Öffentlichen Gesundheitsdienst richtet sich TB-Aktuell, um sie zum Thema Tuberkulose auf den aktuellen Stand zu bringen und sie in Deutschland untereinander zu vernetzen,“ so Prof. Ulrich E. Schaible, Zentrumsdirektor des Forschungszentrums Borstel, Leibniz Lungenzentrum.
Nach einigen Jahren im Onlineformat, wird den Teilnehmenden in diesem Jahr ein Hybridformat angeboten, zu dem sich mehr als 1.000 Personen angemeldet haben. „Wir freuen uns sehr, dass die Veranstaltung auf so hohe Resonanz stößt,“ so Ulrich Schaible. „Zudem freuen wir uns, dass wir die Veranstaltung in diesem Jahr im Centre for Structural Systems Biology (CSSB) in Hamburg durchführen können. Am CSSB arbeiten 3 Universitäten und 6 Forschungseinrichtung- darunter auch das FZB -gemeinsam daran, Struktur und Funktion von Infektionserregern, so unter anderem des Tuberkuloseerregers, zu verstehen. Ein toller Ort für diese spannende und wichtige Veranstaltung!“
Wie in den vergangenen Jahren wird es ein insbesondere für Beschäftigte aus dem Öffentlichen Gesundheitswesen, Krankenhaus- und niedergelassene Ärzte zugeschnittenes Programm über neueste Entwicklungen in der Epidemiologie, Diagnostik und Therapie der Tuberkulose geben, das vor allem das praxisgerechte Management von Patienten und Kontaktpersonen im Blick hat.
Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Management von Patienten mit multiresistenter Tuberkulose. Es werden dabei sowohl Aspekte der Diagnostik, Therapie und Betreuung beleuchtet und im Podium diskutiert. Aber auch die Fragen, wie man marginalisierte Bevölkerungsgruppen effektiv erreicht und welche neuen TB-Medikamente verfügbar sind, werden thematisiert. Zudem wird auf aktuelle TB-Ausbrüche in Deutschland eingegangen.
Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich E. Schaible
Parkallee 1, 23845 Borstel
Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Email:
Weiterführende Informationen:
- Den aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts finden sie hier.
- Das Epidemiologisches Bulletin zum Welttuberkulosetag 2025 finden Sie hier
- Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.