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10.07.2026

Borsteler Nachwuchsforschende beim Lindauer Nobelpreisträgertreffen

Dr. Lindsay Sonnenkalb und Dr. Tim Hasenbein vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) nahmen in diesem Jahr am Lindauer Nobelpreisträgertreffen teil. Die traditionsreiche Veranstaltung bringt herausragende junge Forschende aus aller Welt mit Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern zusammen und fördert auf diese Weise den wissenschaftlichen Austausch, internationale Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

 

Die Lindauer Nobelpreisträgertagung findet jährlich auf der Insel Lindau am Bodensee statt und hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1951 zu einem einzigartigen internationalen Wissenschaftsforum entwickelt. Jedes Jahr treffen rund 30 bis 40 Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger auf etwa 600 Studierende, Promovierende und Postdocs aus aller Welt. Bei der 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung - die vom 28. Juni bis 3. Juli 2026 stattfand - stand der interdisziplinäre Austausch in den Mittelpunkt.

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Die Teilnahme an der Tagung erfolgt über ein mehrstufiges Nominierungs- und Auswahlverfahren. Neben herausragenden wissenschaftlichen Leistungen spielen dabei auch das persönliche Engagement, die Motivation für die eigene Forschung sowie das Potenzial, zur internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft beizutragen, eine wichtige Rolle.

Lindsay Sonnenkalb und Nobelpreisträger Craig Mello auf der Lindauer NobelpreisträgertagungenFür Lindsay Sonnenkalb aus der Forschungsgruppe „Molekulare & Experimentelle Mykobakteriologie und Tim Hasenbein aus der Forschungsgruppe „Data Science in der Lungenforschung“ war die Teilnahme eine besondere Gelegenheit: „Ich wollte an diesem Treffen teilnehmen, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt kennenzulernen, Kooperationen aufzubauen und mein Netzwerk zu erweitern. Außerdem wollte ich die Möglichkeit nutzen, Nobelpreisträger zu treffen, die Pioniere auf dem Gebiet der RNA- und Genomeditierungsforschung waren“, berichtet Lindsay Sonnenkalb.

Ihre Erwartungen wurden dabei sogar übertroffen: „Das Treffen war fantastisch! Ich hatte seit COVID-19 – vielleicht sogar noch nie zuvor – keine Atmosphäre erlebt, in der Menschen so offen und kontaktfreudig waren. Die Nobelpreisträger waren sehr freundlich und leicht anzusprechen. Obwohl ich nur wenige Menschen aus meinem direkten Forschungsbereich getroffen habe, konnte ich mehr als 20 neue Kontakte zu vielversprechenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern knüpfen, von denen ich hoffe, dass sie sich eines Tages für eine Stelle in meiner hoffentlich zukünftigen Forschungsgruppe interessieren könnten.“

Besonders inspirierend war für Lindsay Sonnenkalb der Austausch mit ihrem Nobelpreisträger Craig Mello, der ihr neue Ideen für ihre zukünftige Forschung gab. Auch die Diskussionen über Künstliche Intelligenz und Klimawandel blieben ihr besonders im Gedächtnis: „KI ist ein erstaunliches Werkzeug für die Wissenschaft, aber viele junge Forschende sind besorgt, dass die negativen Aspekte möglicherweise die Vorteile überwiegen könnten. Gleichzeitig arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit beeindruckenden neuen Technologien daran, globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen.“

 

Tim Hasenbein aus der Forschungsgruppe „Data Science in der Lungenforschung“ auf der Lindauer NobelpreisträgertaungAuch für Tim Hasenbein war die Teilnahme am Lindauer Nobelpreisträgertreffen eine besondere Erfahrung. Besonders beeindruckt hat ihn, wie offen die Nobelpreisträger über ihre persönlichen Erfahrungen und die Höhen und Tiefen ihrer wissenschaftlichen Laufbahnen sprachen: „Es war unglaublich inspirierend, ihre Geschichten zu hören – einschließlich großer Rückschläge wie gescheiterter Projekte oder Phasen der Arbeitslosigkeit. Zu erfahren, wie sie trotz dieser schwierigen Momente ihre Motivation bewahrt haben, war zutiefst ermutigend und hat mir eine neue Perspektive auf meinen eigenen wissenschaftlichen Weg gegeben.“

Auch die interdisziplinäre Ausrichtung der Tagung war für Tim besonders wertvoll: „Bereits während meines Studiums der Medical Life Sciences habe ich erfahren, dass wissenschaftliche Durchbrüche oft dort entstehen, wo verschiedene Fachrichtungen zusammenkommen. Mit meinem Hintergrund in Biologie, Medizin und Data Science bin ich überzeugt, dass Innovation an den Schnittstellen unterschiedlicher Disziplinen und Perspektiven entsteht.“

Eine zentrale Botschaft der Nobelpreisträger blieb ihm besonders im Gedächtnis: „Sie haben uns daran erinnert, dass wissenschaftliche Karrierewege selten geradlinig verlaufen und dass man Zusammenhänge oft erst im Rückblick erkennt. Die wichtigste Erkenntnis für mich war, den Kern der eigenen Forschung nicht aus den Augen zu verlieren: Warum führen wir ein Experiment durch und welche Frage möchten wir damit beantworten?“

 

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