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23.03.2026

Förderung für deutsch-moldauisches Projekt zur Bekämpfung medikamentenresistenter Tuberkulose und zur Stärkung von Antimicrobial Stewardship

Multiresistente Tuberkulose zählt zu den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten High-Priority-Pathogenen im Bereich antimikrobieller Resistenzen. Besonders stark betroffen ist die WHO-Region Europa, in der die Republik Moldau einen der höchsten Anteile resistenter Tuberkulosefälle aufweist.Vor diesem Hintergrund erhält das Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum gemeinsam mit dem Chiril Draganiuc Pneumology Institute und der Nicolae Testemițanu State University of Medicine and Pharmacy (USMPh) in Chișinău eine Förderung von bis zu 200.000 Euro für das Projekt „Fighting Drug-Resistant Tuberculosis through Antimicrobial Stewardship“. 

Das Vorhaben wird im Rahmen des Förderprogramms „Klinikpartnerschaften“ umgesetzt, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beauftragt und finanziert sowie von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) kofinanziert wird.

Im Jahr 2025 wurden unter Federführung von Forschenden des Forschungszentrums Borstel gemeinsam mit einem internationalen Konsortium aus über 60 Expertinnen und Experten erstmals internationale Standards für Antimicrobial Stewardship (AMS) in der Tuberkuloseversorgung definiert. Die europäische Umsetzung dieser Standards wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem WHO Regional Office for Europe evaluiert. Parallel startet nun in der Republik Moldau ein zweijähriges Pilotprojekt zur praktischen Implementierung dieser AMS-Standards. Ziel ist es, Moldau als Modellland für die strukturierte Integration von Antimicrobial Stewardship in der TB-Versorgung zu etablieren – mit Übertragbarkeit auf andere Hochinzidenzregionen. 
Ein weiterer Meilenstein ist die erste internationale Konferenz zu „Antimicrobial Stewardship in TB“, die am 8. und 9. Juni in Chișinău stattfinden wird. Sie bringt internationale Akteurinnen und Akteure aus der WHO-Region Europa zusammen, um Versorgungslücken zu identifizieren und konkrete Umsetzungsstrategien zu entwickeln. Das Projekt kombiniert strukturelle Analyse, moderne molekulare Diagnostik, Therapieüberwachung und gezielte Fortbildung. Ziel ist es, Resistenzen frühzeitig zu erkennen, Behandlungsentscheidungen zu verbessern und die Weiterentwicklung von Resistenzen wirksam zu begrenzen.

„Mit dieser Förderung können wir Antimicrobial Stewardship gezielt auf die Anforderungen der Tuberkuloseversorgung übertragen – und damit einen Beitrag zur globalen Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen leisten“, sagt Thomas Theo Brehm vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum.

„Die Partnerschaft ermöglicht es uns, moderne Diagnostik und strukturierte Entscheidungsprozesse stärker in die Routineversorgung zu integrieren – zum direkten Nutzen unserer Patientinnen und Patienten“, ergänzt Dumitru Chesov (USMPh, Chișinău).

Kontakt

 

Silvia Wissel

Dr. med. Thomas Theo Brehm

FG Klinische Infektiologie
Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum
Parkallee 35
23845 Borstel

tbrehm@fz-borstel.de

 

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