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Prof. Amelia Barber (Foto: Anna Scholl)

20.07.2026

Neue Forschungsgruppe stärkt die funktionelle Mikrobiomforschung am FZB

Prof. Dr. Amelia Barber folgt dem Ruf auf die W3-Professur für „Funktionelle Mikrobiomforschung chronischer Lungenerkrankungen“ und baut seit Juli 2006 eine neue Forschungsgruppe am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) auf. Mit ihrer ausgewiesenen Expertise in der Pilz- und Mikrobiomforschung erweitert sie das wissenschaftliche Profil des FZBs und schlägt eine Brücke zwischen Infektionsforschung und chronischen Lungenerkrankungen.

Durch die gemeinsame Berufung mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) soll die Forschung an der Schnittstelle von Mikrobiom, Immunantwort und Lungenerkrankungen weiter gestärkt und das am FZB etablierte Brückenthema „Funktionelle Mikrobiomforschung“ ausgebaut werden.

Amelia Barber bringt langjährige internationale Erfahrung in der Mykologie und Infektionsforschung mit nach Borstel. Nach ihrer Promotion in Mikrobiologie und Immunologie an der University of Utah in den USA forschte sie am Leibniz-HKI und der Universität Würzburg und baute anschließend eigene Forschungsgruppen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie im Exzellenzcluster „Balance of the Microverse“ auf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Genomik pilzlicher Krankheitserreger, der Entstehung von Antimykotikaresistenzen sowie der Evolution mikrobieller Virulenz.

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Im Mittelpunkt der Forschung von Amelia Barber steht der Umweltpilz Aspergillus fumigatus. Dieser opportunistische Erreger kann invasive Lungeninfektionen verursachen und spielt zudem eine wichtige Rolle bei chronischen Lungenerkrankungen. „Ich bin froh, dass ich Pilze an das FZB bringen kann, weil ich denke, dass sie unglaublich gut in das Forschungsprofil des Instituts passen“, sagt Amelia Barber. „Pilze werden als Ursachen invasiver und chronischer Lungenerkrankungen zunehmend wichtiger. Das liegt daran, dass Pilze große Mengen an Sporen produzieren und eine Exposition gegenüber ihnen unvermeidbar ist. Mit jedem Atemzug atmen wir schätzungsweise zwischen ein und zehn Pilzsporen ein.“

Dass Pilzerkrankungen heute eine größere Bedeutung haben, hängt auch mit den Fortschritten der modernen Medizin zusammen. „Viele Pilze sind opportunistische Krankheitserreger. Das bedeutet: Wenn man gesund ist, schützt der Körper einen sehr gut vor unserer ständigen Belastung durch Pilze. Behandlungen mit immunsuppressiven Medikamenten, Chemotherapie, Organtransplantationen sowie strukturelle oder entzündliche Lungenerkrankungen können jedoch anfällig für sekundäre Pilzerkrankungen machen.“, erläutert Amelia Barber.

Mit ihrer Forschung soll Amelia Barber die Forschungsschwerpunkte Infektion und Chronische Lungenerkrankungen am FZB stärker verbinden: „Meine Gruppe beschäftigt sich bisher vor allem mit Pilzen als Ursache akuter invasiver Lungeninfektionen. Gleichzeitig sind Pilze wichtige Auslöser von Asthma und können andere chronische Lungenerkrankungen wie COPD und Mukoviszidose verstärken. Gemeinsam mit Forschenden im Schwerpunkt Chronische Lungenerkrankungen möchte ich diese Bereiche künftig weiterentwickeln.“

Amelia Barber freut sich, dass einige Mitglieder ihres Teams aus Jena sie nach Borstel begleiten und den Aufbau der neuen Forschungsgruppe unterstützen. Gleichzeitig sucht sie aktuell weitere Mitarbeitende, um ihre Gruppe "Experimentelle Mykologie und Mikrobiomforschung" am FZB aufzubauen. Eine besondere Herausforderung ist der Transfer der großen Stammsammlung der Gruppe mit mehr als 1.500 Pilzstämmen aus Umwelt- und klinischen Proben, die derzeit bei -80 °C gelagert ist und sicher nach Borstel überführt werden muss.

Wir heißen Prof. Dr. Amelia Barber herzlich am Forschungszentrum Borstel willkommen und wünschen ihr einen erfolgreichen Start. Neben dem Aufbau ihrer Forschungsgruppe und ihrer wissenschaftlichen Arbeit hoffen wir, dass sie auch Zeit findet, ihrer Leidenschaft für Fahrradfahren und Wandern nachzugehen. Die schöne Region rund um Borstel bietet dafür zahlreiche Möglichkeiten, die Landschaft zu erkunden und sich schnell zuhause zu fühlen.

 

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