Pressemitteilungen 2016

Delegation des Bundesministeriums für Gesundheit zu Gast am FZB

Die Tuberkulose  ist weltweit noch immer die bakterielle Infektionskrankheit mit der höchsten Morbidität und Mortalität . Für Europa stellen sich hochvirulente Stämme, die vielfach resistent gegen alle Erstrangmedikamente (multi- / extensiv-resistenter (M/XDR) sind, eine besondere Bedrohung dar. In den Rand- und Nachbargebieten der EU liegt bereits heute die Rate der Neuinfektionen mit MDR-Stämmen zwischen 15% und 50%. Freizügiger Reiseverkehr innerhalb Europas gepaart mit der derzeitigen Flüchtlingssituation wird die Inzidenz M/XDR-bedingter Tuberkulosen auch in Deutschland erhöhen: so stieg die Zahl der an MDR-TB erkrankten Personen zwischen 2012 und 2014 von 65, auf 101 bzw 89 Fälle an
Angesichts der Bedeutung anderer Infektionskrankheiten in Deutschland ist dies zweifellos noch nicht bedrohlich, erfordert aber erhöhte Wachsamkeit und die Vorhaltung

  1. molekularer Frühwarnsysteme, um die Ausbreitung resistenter TB-Erregers zu verhindern,
  2. Kapazitäten zur Entwicklung, Erforschung und Validierung neuer Therapieformen, Wirkstoffe oder Darreichungsformen, die auch gegen mehrfach resistente Erreger wirksam sind
  3. klinische und labortechnische Trainingsmodule für Ärzte und Gesundheitsämter um das Wissen über modernste Diagnostik, Therapie und Prävention der Lungentuberkulose bedarfsgerecht zu verbreiten.